Von Fabian Schultze • Lesezeit: ca. 7 Minuten

Ein sanierungsbedürftiges Haus kann eine interessante Gelegenheit sein, oder deutlich teurer werden als zunächst gedacht.
Entscheidend ist nicht nur der Kaufpreis, sondern das gesamte Vorhaben: Bausubstanz, Grundriss, Sanierungsumfang, Grundstück, Baurecht und das eigene Budget.

Wer ein älteres Haus kaufen möchte, kennt diese Situation vielleicht: Die Lage gefällt, das Grundstück ist attraktiv und der Kaufpreis wirkt im Vergleich zu einem modernisierten Haus interessant. Gleichzeitig sieht man schon bei der Besichtigung, dass einiges gemacht werden muss.

Neue Heizung, Dach, Fenster, Elektrik, Bäder, Böden – und vielleicht passt auch der Grundriss nicht mehr zu den eigenen Vorstellungen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Ist das Haus sanierungsbedürftig?“

Sondern:

„Was kann aus diesem Haus werden – und was kostet der Weg dorthin?“

Gerade in Falkensee, Dallgow-Döberitz, Brieselang, Nauen, im Havelland sowie im Berliner und Potsdamer Umland gibt es ältere Einfamilienhäuser, bei denen genau diese Frage eine wichtige Rolle spielt.

Ein niedriger Kaufpreis ist nicht automatisch ein günstiger Kauf

Ein günstiger Kaufpreis kann zunächst attraktiv wirken. Für die tatsächliche wirtschaftliche Betrachtung reicht er jedoch nicht aus.

Vereinfacht betrachtet besteht der Kapitalbedarf aus:

Kaufpreis + Kaufnebenkosten + Sanierungs- und Modernisierungskosten + Reserve für Unvorhergesehenes

Dazu können während der Bauphase weitere Kosten kommen, beispielsweise für Planung, Genehmigungen, Zwischenfinanzierung, zusätzliche Miete oder notwendige Zwischenlösungen.

Ein Haus für 350.000 Euro, in das anschließend 150.000 Euro investiert werden müssen, ist wirtschaftlich eben nicht einfach ein „350.000-Euro-Haus“.

Umgekehrt kann ein älteres Haus mit höherem Sanierungsbedarf durchaus interessant sein, wenn der Kaufpreis, das Grundstück, die Bausubstanz und das geplante Ergebnis zusammenpassen.

Der Kaufpreis ist deshalb nur der Anfang der Rechnung.

Was muss bei einem sanierungsbedürftigen Haus geprüft werden?

Bei der ersten Besichtigung fällt häufig das auf, was man sofort sehen kann: alte Bäder, abgenutzte Böden, Fenster aus vergangenen Jahrzehnten oder eine veraltete Küche.

Die teureren Themen liegen jedoch teilweise dort, wo man nicht ohne Weiteres hinsieht.

Besonders wichtig sind unter anderem:

  • Dach und Dachstuhl
  • Fassade und Wärmeschutz
  • Fenster und Außentüren
  • Heizung und Wärmeverteilung
  • Elektrische Leitungen und Sicherungskasten
  • Wasser- und Abwasserleitungen
  • Keller und mögliche Feuchtigkeit
  • Tragwerk und mögliche Schäden an der Bausubstanz
  • An- und Umbauten
  • Zustand von Nebengebäuden
  • mögliche Schadstoffe oder Altlasten
  • baurechtliche Situation

Dabei sollte nicht jede Auffälligkeit automatisch als großes Problem bewertet werden. Ein älteres Bauteil bedeutet nicht zwangsläufig, dass es sofort ersetzt werden muss.

Entscheidend ist eine fachlich fundierte Einschätzung des tatsächlichen Zustands und der Frage, welche Maßnahmen notwendig, sinnvoll oder lediglich wünschenswert sind.

Nicht nur die Sanierung zählt: Auch der Grundriss kann entscheidend sein

Ein Punkt wird bei älteren Häusern häufig unterschätzt: die ursprüngliche Raumaufteilung.

Viele Häuser wurden für andere Lebensmodelle gebaut als heute. Kleine, voneinander getrennte Räume, lange Flure, kleine Küchen oder mehrere Durchgangszimmer waren früher nicht ungewöhnlich.

Für eine heutige Familie kann das völlig anders aussehen.

Vielleicht sollen Küche, Essen und Wohnen stärker miteinander verbunden werden. Vielleicht braucht es ein größeres Badezimmer, ein Arbeitszimmer oder einen großzügigeren Eingangsbereich.

Dann stellt sich die Frage:

Lässt sich der vorhandene Grundriss sinnvoll verändern?

Möglicherweise können Räume zusammengelegt, Türen versetzt oder Wände entfernt werden. Aus mehreren kleinen Räumen kann unter Umständen ein großzügiger Wohnbereich entstehen.

Aber auch hier gilt: Nicht jede Wand kann einfach entfernt werden. Tragende Bauteile, Installationen, Geschossdecken und die vorhandene Gebäudestruktur setzen technische Grenzen. Bei größeren Veränderungen können außerdem statische und baurechtliche Fragen hinzukommen.

Deshalb sollte man bei einem Sanierungsobjekt nicht nur fragen, was heute vorhanden ist, sondern auch, welche räumliche Entwicklung realistisch möglich ist.

Sanieren oder neu bauen? Beides kann die richtige Lösung sein

Aus unserer Praxis kennen wir beide Situationen.

Es gibt Häuser, bei denen eine gute Planung und eine schrittweise oder umfassende Sanierung aus einem älteren Gebäude wieder ein zeitgemäßes Zuhause machen kann. Dabei wird nicht zwangsläufig alles gleichzeitig erneuert. Vielmehr wird überlegt, welche Maßnahmen technisch erforderlich sind, welche sinnvoll zusammen durchgeführt werden sollten und welches Ergebnis am Ende erreicht werden soll.

In anderen Fällen stellt sich dagegen die grundsätzliche Frage:

Ist die vorhandene Bausubstanz überhaupt noch die richtige Grundlage für das gewünschte Ergebnis?

Wenn ein Gebäude umfassend umgebaut werden müsste, der Grundriss nur mit großen Eingriffen verändert werden kann und gleichzeitig erheblicher technischer Sanierungsbedarf besteht, kann auch ein Abriss mit anschließendem Neubau eine mögliche Variante sein.

Das bedeutet nicht, dass ein altes Gebäude grundsätzlich „nichts mehr wert“ ist.

Im Gegenteil: Gerade bei solchen Immobilien kann das Grundstück einen wesentlichen Teil der Attraktivität ausmachen. Lage, Grundstücksgröße, Zuschnitt, Ausrichtung und die baurechtlichen Möglichkeiten können entscheidend dafür sein, welche Lösung wirtschaftlich und sinnvoll ist.

Sanierung und Neubau sollten deshalb nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist das Gesamtbild der Immobilie.

Die entscheidende Frage: Was ist technisch und baurechtlich möglich?

Bei einem Sanierungsobjekt darf die eigene Wunschvorstellung nicht mit der tatsächlichen Bebaubarkeit verwechselt werden.

Ein Käufer kann beispielsweise planen:

  • einen Anbau zu errichten,
  • das Dachgeschoss auszubauen,
  • zusätzliche Wohnfläche zu schaffen,
  • einen Teil des Hauses abzureißen,
  • einen Neubau zu errichten,
  • mehrere Räume zusammenzulegen oder
  • die Nutzung einzelner Gebäudeteile zu verändern.

Ob das tatsächlich möglich ist, hängt jedoch von den konkreten Voraussetzungen ab.

Dazu können unter anderem Bebauungsplan, Innenbereichsregelung, Abstandsflächen, Denkmalschutz, Stellplätze, Erschließung und weitere öffentlich-rechtliche Vorgaben eine Rolle spielen.

Eine interessante Idee ist noch keine genehmigte Planung.

Gerade bei einem Grundstück, bei dem Abriss und Neubau oder eine deutliche Erweiterung im Raum stehen, sollte die baurechtliche Situation deshalb möglichst früh geprüft werden.

Was bedeutet der energetische Zustand beim Hauskauf?

Bei älteren Häusern spielt die Energieeffizienz eine immer größere Rolle.

Ein Energieausweis liefert wichtige Informationen zum energetischen Zustand des Gebäudes und enthält unter anderem Angaben zum Energiekennwert, Energieträger und zur Energieeffizienzklasse. Er ersetzt allerdings keine umfassende technische Untersuchung des Gebäudes. (Verbraucherzentrale)

Für Käufer bedeutet das:

Ein Haus mit einer schlechten Energieeffizienzklasse sollte nicht automatisch aussortiert werden. Viel wichtiger ist die Frage, warum der energetische Zustand so ist und welche Maßnahmen erforderlich oder sinnvoll wären.

Dabei können beispielsweise Heizung, Dach, oberste Geschossdecke, Außenwände und Fenster zusammen betrachtet werden.

Auch die Reihenfolge der Maßnahmen kann entscheidend sein.

Wer beispielsweise zunächst eine neue Heizung einbaut und erst später feststellt, dass gleichzeitig größere Maßnahmen an Gebäudehülle oder Wärmeverteilung sinnvoll gewesen wären, hat möglicherweise unnötig Geld ausgegeben.

Bei einer geplanten energetischen Sanierung kann deshalb eine qualifizierte Energieberatung sinnvoll sein.

Was gilt 2026 beim Gebäudeenergierecht?

Auch hier lohnt sich ein genauer Blick, denn die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich 2026 verändert.

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Die bisherige pauschale Vorgabe, bei neuen Heizungen grundsätzlich mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen, wurde durch eine technologieoffenere Regelung ersetzt. Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt unter anderem von der Art des Gebäudes und der konkreten Heizungsanlage ab. (Gesetze im Internet)

Bei bestimmten älteren Gebäuden können außerdem Nachrüstpflichten bestehen. Ein Beispiel betrifft die Dämmung der obersten Geschossdecke. Bei bestimmten selbst bewohnten Ein- oder Zweifamilienhäusern kann eine entsprechende Pflicht beim Eigentümerwechsel auf den neuen Eigentümer übergehen; hierfür sieht das Gesetz unter bestimmten Voraussetzungen eine Frist von zwei Jahren vor. (Gesetze im Internet)

Das zeigt, warum pauschale Aussagen wie „Nach dem Kauf muss alles sofort saniert werden“ genauso wenig sinnvoll sind wie „Man muss an dem alten Haus gar nichts machen“.

Welche Pflichten tatsächlich bestehen, sollte immer anhand des konkreten Gebäudes geprüft werden.

Welche Förderungen gibt es 2026?

Förderprogramme können die Rechnung eines Sanierungsobjekts beeinflussen – sie sollten aber niemals der einzige Grund für einen Kauf sein.

Ein aktuelles Beispiel ist das KfW-Programm „Jung kauft Alt“. Für bestimmte Familien mit Kindern, die eine bestehende Immobilie kaufen, selbst bewohnen und energetisch sanieren, liegen die möglichen Kreditbeträge seit August 2026 je nach Kinderzahl zwischen 140.000 und 180.000 Euro. Die Förderung ist an konkrete Voraussetzungen geknüpft, unter anderem an Einkommen, Immobilie und energetische Sanierung. (KfW)

Seit der Anpassung sind unter bestimmten Voraussetzungen auch einzelne Sanierungsmaßnahmen möglich. Die energetische Sanierung muss innerhalb der vorgesehenen Frist umgesetzt werden. (KfW)

Förderprogramme ändern sich allerdings regelmäßig.

Deshalb sollten Käufer vor einer Kaufentscheidung immer die aktuell geltenden Förderbedingungen prüfen und die Förderung nicht bereits fest in die Finanzierung einrechnen, bevor die Voraussetzungen geklärt sind.

Ein einfaches Rechenbeispiel

Nehmen wir ein stark vereinfachtes Beispiel:

Kaufpreis: 400.000 Euro
Kaufnebenkosten: z. B. 40.000 Euro
Sanierung und Modernisierung: 120.000 Euro
Reserve: 30.000 Euro

Damit liegt der tatsächliche Kapitalbedarf bereits bei rund:

590.000 Euro

Und genau diese Größenordnung muss mit dem eigenen finanziellen Rahmen zusammenpassen.

Die Zahlen sind natürlich nur ein Beispiel. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Gebäude, Umfang der Maßnahmen, Ausstattungsstandard, regionalen Baupreisen und vielen weiteren Faktoren ab.

Wichtig ist vor allem die Denkweise:

Nicht fragen: „Kann ich den Kaufpreis finanzieren?“

Sondern:

„Kann ich das gesamte Vorhaben finanzieren – einschließlich einer ausreichenden Reserve?“

Warum ein Sanierungsobjekt trotzdem sehr interessant sein kann

Ein sanierungsbedürftiges Haus ist nicht automatisch eine Kostenfalle.

Es kann sogar besondere Chancen bieten.

Zum Beispiel wenn:

  • die Lage sehr gut ist,
  • das Grundstück attraktiv oder groß ist,
  • die vorhandene Bausubstanz grundsätzlich erhaltenswert ist,
  • der Grundriss sinnvoll verändert werden kann,
  • notwendige Maßnahmen planbar sind,
  • der Kaufpreis den Zustand angemessen berücksichtigt,
  • ausreichend Eigenkapital oder Finanzierungsspielraum vorhanden ist,
  • und das geplante Ergebnis zu den eigenen Vorstellungen passt.

Gerade ältere Häuser haben teilweise Eigenschaften, die bei einem Neubau in dieser Form kaum noch zu finden sind: große Grundstücke, gewachsene Gärten, besondere Gebäudeproportionen oder eine etablierte Wohnlage.

Ein sanierungsbedürftiges Haus kann deshalb durchaus interessant sein.

Man muss nur wissen, worauf man sich einlässt.

Aus unserer Praxis: Manchmal entsteht aus einem alten Haus etwas völlig Neues

Wir haben in unserer Tätigkeit Fälle erlebt, in denen Käufer ein deutlich älteres und renovierungsbedürftiges Haus erworben haben und daraus durch eine gute Planung und umfangreiche Modernisierung ein zeitgemäßes Zuhause entstanden ist.

Dabei ging es nicht nur darum, Wände zu streichen oder Böden auszutauschen.

Teilweise wurden Raumaufteilungen neu gedacht, Räume miteinander verbunden und technische sowie energetische Maßnahmen miteinander kombiniert.

Das ursprüngliche Haus war nach der Modernisierung kaum noch mit dem Zustand bei der Besichtigung zu vergleichen.

Genau darin kann eine Chance solcher Immobilien liegen:

Man kauft nicht zwingend das fertige Ergebnis – sondern die Möglichkeit, es selbst zu entwickeln.

Aus unserer Praxis: In anderen Fällen war der Neubau die bessere Perspektive

Wir kennen aber auch die andere Seite.

Bei manchen Immobilien ist der vorhandene Gebäudebestand so stark überaltert oder entspricht in seiner Struktur so wenig den Vorstellungen des zukünftigen Eigentümers, dass eine umfangreiche Sanierung allein nicht die gewünschte Lösung bringt.

Dann kann die Frage nach einem Abriss und Neubau sinnvoll werden.

Entscheidend ist dabei nicht, ob ein Gebäude äußerlich alt oder unattraktiv wirkt. Viel wichtiger sind die tatsächliche Bausubstanz, die Grundstückssituation und vor allem die Frage, was auf dem Grundstück baurechtlich möglich ist.

Ein Abriss ist deshalb weder automatisch die bessere noch die schlechtere Lösung.

Er ist eine von mehreren Möglichkeiten, die bei einem geeigneten Grundstück geprüft werden kann.

Die fünf häufigsten Fehler beim Kauf eines Sanierungsobjekts

1. Nur auf den Kaufpreis schauen

Der niedrige Kaufpreis wirkt attraktiv. Die späteren Investitionen werden dagegen häufig unterschätzt.

2. Sanierungskosten zu knapp kalkulieren

Bei älteren Häusern können hinter geöffneten Bauteilen weitere Arbeiten zum Vorschein kommen. Eine finanzielle Reserve ist deshalb wichtig.

3. Den Grundriss unterschätzen

Ein Haus kann technisch sanierbar sein und trotzdem räumlich nicht zu den eigenen Vorstellungen passen.

4. Zu viel Eigenleistung einplanen

„Das machen wir selbst“ klingt in der Theorie einfach. Zeit, Fachkenntnisse, Werkzeug, Koordination und körperliche Belastung werden dabei schnell unterschätzt.

5. Zu spät prüfen, was überhaupt möglich ist

Wer erst nach dem Kauf feststellt, dass der geplante Anbau, Dachausbau oder Neubau baurechtlich nicht wie gewünscht umgesetzt werden kann, hat ein erhebliches Problem.

Deshalb sollte die Prüfung vor der notariellen Beurkundung beginnen, nicht danach.

Was sollte ich vor dem Kauf eines Sanierungshauses prüfen?

Je nach Immobilie können insbesondere folgende Unterlagen und Themen relevant sein:

  • Grundbuch
  • Flurkarte bzw. Lageplan
  • Bauakte und vorhandene Baugenehmigungen
  • Grundrisse und Flächenangaben
  • Bebauungsplan bzw. baurechtliche Einordnung
  • Energieausweis
  • Angaben zu Heizung und Modernisierungen
  • Rechnungen und Nachweise bereits durchgeführter Arbeiten
  • Baulasten
  • mögliche Dienstbarkeiten
  • Denkmalschutz
  • Altlasten oder Bodenverunreinigungen
  • Zustand von Dach und Dachstuhl
  • Feuchtigkeit und Keller
  • Elektrik
  • Wasser- und Abwasserleitungen
  • Fenster und Gebäudehülle
  • Tragwerk
  • An- und Umbauten
  • Nebengebäude
  • mögliche Ausbau- oder Erweiterungsmöglichkeiten

Nicht jeder Punkt ist bei jedem Haus gleich wichtig.

Bei einem klassischen Einfamilienhaus mit überschaubarem Sanierungsbedarf kann die Prüfung anders aussehen als bei einem stark sanierungsbedürftigen Gebäude mit Anbau, Nebengebäuden und möglicher Neubauperspektive.

Wann sollte ein Sachverständiger hinzugezogen werden?

Bei einem einfachen Renovierungsbedarf kann eine Besichtigung durch einen Käufer bereits viele Fragen klären.

Bei einem größeren Sanierungsobjekt kann es dagegen sinnvoll sein, zusätzlich einen Bausachverständigen, Architekten, Statiker oder Energieberater einzubeziehen,  abhängig davon, welche Fragen konkret geklärt werden müssen.

Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn es um Themen wie Tragwerk, Feuchtigkeit, Schadstoffe, umfangreiche Umbauten oder energetische Sanierung geht.

Ein Immobilienmakler kann die Immobilie, die Unterlagen, die Vermarktungssituation und die Rahmenbedingungen des Verkaufs erläutern. Eine technische Begutachtung durch einen entsprechend qualifizierten Fachmann ersetzt das jedoch nicht.

Sanierungsbedürftiges Haus in Falkensee oder im Havelland kaufen – worauf kommt es an?

Gerade im Berliner Umland kann die Kombination aus Lage und Grundstück eine wichtige Rolle spielen.

Ein älteres Haus in Falkensee, Dallgow-Döberitz, Brieselang, Nauen oder anderen Orten im Havelland kann trotz Sanierungsbedarf interessant sein, wenn Grundstück, Lage und Entwicklungsmöglichkeiten passen.

Umgekehrt kann ein vermeintliches Schnäppchen schnell weniger attraktiv werden, wenn umfangreiche technische Probleme, ein ungünstiger Grundriss und hohe Umbaukosten zusammenkommen.

Auch die aktuellen Immobilienpreise lassen sich nicht einfach über einen bundesweiten Durchschnitt auf ein einzelnes Sanierungsobjekt übertragen. Die Preisentwicklung unterscheidet sich regional und nach Immobilientyp. Das Statistische Bundesamt meldete für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026 bundesweit einen Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal; gleichzeitig entwickelten sich die verschiedenen Regionen und Immobilientypen unterschiedlich. (Destatis)

Für eine konkrete Immobilie sind deshalb Lage, Grundstück, Gebäude, Zustand und die tatsächlichen Entwicklungsmöglichkeiten wesentlich aussagekräftiger als ein allgemeiner Marktwert aus einer Statistik.

Unser Rat: Nicht nur den Zustand betrachten – sondern das Potenzial

Bei einem sanierungsbedürftigen Haus gibt es aus unserer Sicht zwei typische Fehler.

Der eine lautet:

„Das ist viel zu viel Arbeit.“

Der andere:

„Das bekommen wir schon irgendwie hin.“

Beides kann falsch sein.

Ein älteres Haus kann mit einer guten Planung zu einem modernen und individuellen Zuhause werden. In einem anderen Fall kann ein Abriss und Neubau die sinnvollere Perspektive sein. Und manchmal zeigt eine realistische Kalkulation auch, dass das gewünschte Ergebnis wirtschaftlich nicht zum Kaufpreis passt.

Deshalb sollte man bei einem Sanierungsobjekt möglichst früh fünf Dinge zusammenbringen:

Kaufpreis + Grundstück + Bausubstanz + gewünschtes Ergebnis + Finanzierung

Erst daraus entsteht ein realistisches Bild.

Fazit: Schnäppchen oder Kostenfalle?

Ein sanierungsbedürftiges Haus kann ein Schnäppchen sein.

Es kann aber genauso zu einer teuren Kostenfalle werden.

Der Unterschied liegt selten allein im Alter des Gebäudes.

Entscheidend ist, was vorhanden ist, was verändert werden soll, was technisch und baurechtlich möglich ist und was das gesamte Vorhaben am Ende kostet.

Manchmal lässt sich ein älteres Haus durch eine durchdachte Sanierung und einen neuen Grundriss zu einem zeitgemäßen Zuhause entwickeln.

Manchmal ist ein Abriss und Neubau die sinnvollere Perspektive.

Und manchmal ist die beste Entscheidung schlicht die Erkenntnis, dass Kaufpreis und erforderliche Investitionen nicht zusammenpassen.

Wer ein Sanierungsobjekt kaufen möchte, sollte deshalb nicht nur den Preis des Hauses betrachten. Entscheidend ist der Preis für das gesamte Projekt.

Häufige Fragen zum Kauf eines sanierungsbedürftigen Hauses

Lohnt es sich, ein sanierungsbedürftiges Haus zu kaufen?

Das hängt vom Einzelfall ab. Entscheidend sind unter anderem Kaufpreis, Grundstück, Bausubstanz, Sanierungsumfang, Grundriss, baurechtliche Möglichkeiten und die eigene Finanzierung.

Wie viel kostet die Sanierung eines alten Hauses?

Das lässt sich nicht seriös mit einem pauschalen Betrag beantworten. Baujahr, Größe, Zustand, technische Ausstattung, gewünschter Standard und Umfang der Umbauten können die Kosten erheblich verändern.

Kann man ein sanierungsbedürftiges Haus finanzieren?

Grundsätzlich kann auch ein Sanierungsobjekt finanziert werden. Für die Finanzierung sollte jedoch nicht nur der Kaufpreis, sondern der gesamte Kapitalbedarf einschließlich geplanter Sanierungsmaßnahmen und Reserve betrachtet werden.

Muss ein altes Haus nach dem Kauf sofort komplett saniert werden?

Nein, nicht pauschal. Welche gesetzlichen Anforderungen bestehen, hängt unter anderem vom Gebäude, den vorhandenen Bauteilen und den konkreten Maßnahmen ab. Bei bestimmten Gebäuden können jedoch Nachrüstpflichten bestehen. (Gesetze im Internet)

Kann man bei einem alten Haus den Grundriss komplett verändern?

Das hängt von der Gebäudestruktur und den konkreten Maßnahmen ab. Tragende Wände, Installationen, Statik und öffentlich-rechtliche Vorgaben können Grenzen setzen.

Wann ist Abriss und Neubau sinnvoll?

Das kann insbesondere dann interessant werden, wenn die vorhandene Bausubstanz oder der Grundriss umfangreiche Eingriffe erfordern und gleichzeitig ein Neubau auf dem Grundstück baurechtlich möglich ist. Eine pauschale Aussage ist jedoch nicht möglich.

Gibt es 2026 Förderungen für den Kauf eines sanierungsbedürftigen Hauses?

Ja. Unter anderem wurde das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ im August 2026 erweitert. Es richtet sich unter bestimmten Voraussetzungen an Familien mit Kindern, die eine bestehende Immobilie kaufen, selbst bewohnen und energetisch sanieren. (KfW)

Sollte man vor dem Kauf einen Sachverständigen einschalten?

Bei umfangreichem Sanierungsbedarf kann eine zusätzliche technische Prüfung sinnvoll sein. Je nach Fragestellung können beispielsweise Bausachverständige, Architekten, Statiker oder Energieberater hinzugezogen werden.

 

In der täglichen Praxis geht es dabei nicht nur um den Verkaufspreis einer Immobilie, sondern auch um die realistische Einschätzung von Zustand, Lage, Grundstück, Nutzungsmöglichkeiten und den Besonderheiten einer Immobilie.

Böttger & Scheffler Immobilien
Ihr Immobilienmakler für Falkensee, Dallgow-Döberitz, Potsdam, Berlin-Spandau und das Havelland.

Weiterführende Informationen

KfW – „Jung kauft Alt“:
KfW: Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb

Verbraucherzentrale – Energieausweis:
Verbraucherzentrale: Was sagt der Energieausweis aus?

Bundesregierung – Gebäudemodernisierungsgesetz:
Bundesregierung: Fragen und Antworten zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz

Gesetzestext:
Gesetze im Internet: Gebäudemodernisierungsgesetz

Statistisches Bundesamt – Wohnimmobilienpreise:
Destatis: Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle rechtliche, steuerliche, bautechnische oder energetische Beratung. Förderprogramme, gesetzliche Vorgaben und deren Voraussetzungen können sich ändern.